christliche Seelsorge psychologische Beratung

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Ethische Richtlinien

Ethischer Grundsatz und Fachkompetenz

Anliegen und Ziel jeder Beratung ist das Wohl der Ratsuchenden im Sinne der Erhaltung und des Schutzes der grundlegenden Menschenrechte. Therapeutische Seelsorge ist wesensnotwendig biblische Seelsorge. Sie richtet sich deshalb in ihrem Handeln nach dem biblischen Menschenbild. Der Berater steht in der Abhängigkeit und Verantwortung vor Gott, seinem Sohn Jesus Christus und ist in seiner Beratertätigkeit auf seine Kraft, welche im Heiligen Geist wirksam ist, angewiesen. Er verpflichtet sich, seine fachliche Qualifikation so einzusetzen, dass sie dem Wohlbefinden und Interesse der Ratsuchenden nützt. Er respektiert ihre persönliche Integrität und meidet jeden Missbrauch seiner Stellung und der Abhängigkeit der Ratsuchenden. Er verpflichtet sich, ausschliesslich jene beraterischen Leistungen anzubieten, für die er eine entsprechende Qualifikation und Kompetenz erworben hat. Er verpflichtet sich insbesondere zur Zusammenarbeit mit Ärzten, Institutionen des Gesundheitswesens, Sozialarbeitern, Psychotherapeuten anderer Fachrichtungen, um Ratsuchenden optimale Hilfestellung anzubieten. Um seine beratende Kompetenz zu erhalten und zu fördern, bildet er sich permanent weiter (Fachliteratur, Weiterbildungsseminare, etc.) Er nimmt regelmässig Supervision in Anspruch. Er ist bestrebt, positive Beziehungen zu den örtlichen Gemeinden und Kirchen herzustellen. Er lebt verbindlich in einer christlichen Gemeinschaft (Kirchgemeinde, Hauskreis) mit.

Ziele und mutmassliche Dauer der Beratung

Der Ratsuchende entscheidet, ob und wie lange er eine Beratung in Anspruch nehmen will. Ausserdem ist er auf die Freiheit in der Wahl seiner Berater aufmerksam zu machen und soll über die Art der Methode und der Ausbildung Auskunft erhalten.

Honorare

Das Honorar ist wenn möglich im Erstgespräch mit dem Ratsuchenden zu vereinbaren. Erstgespräche werden in der Regel in Rechnung gestellt. Über das Honorar hinaus sind keine Forderungen statthaft.

In der Regel soll im Erstgespräch auch die Honorierung von versäumten Beratungsstunden vereinbart werden. Telefongespräche mit beraterischem Charakter können gemäss Zeitaufwand berechnet werden.

Schweigepflicht

Der Berater untersteht der Schweigepflicht für alles, was ihm in seiner Berufsausübung anvertraut wird oder was er wahrnimmt. Sofern gesetzliche Regelungen oder Weisungen einer Behörde bzw. eines Gerichtes den Berater zu einer Auskunft verpflichten, sind betroffene Ratsuchende vollumfänglich zu informieren. Ebenso sind Ratsuchende zu unterrichten sowie ihr Einverständnis einzuholen, wenn Auskünfte zum Beispiel an Hausärzte, Prediger und Pfarrer, Schulbehörden, etc, erteilt oder eingeholt werden. Der Ratsuchende soll darüber informiert werden, dass der Berater zwecks fachlicher Kompetenzsicherung mit seinem Supervisor Beratungsabläufe bespricht. Er ist ebenfalls darüber zu orientieren, wenn der Ehepartner des Beraters für den Ratsuchenden betet oder an der Beratungssituation Anteil nimmt. Der Berater verpflichtet sich zur aktiven Sicherung sämtlichen Datenmaterials im Fall von Krankheit, Unfall und Tod. In jedem Falle ist der Berater bei der Wahrung des Berufsgeheimnisses und insbesondere bei der Handhabung der Ausnahmen verpflichtet, ein Höchstmass an Sorgfalt zum Schutz der Ratsuchenden walten zu lassen.

Akteneinsicht

Auf Verlangen darf der Ratsuchende jederzeit Einblick in die Aktennotizen des Beraters nehmen. Die Aktennotizen sind als Arbeitsunterlagen für den Berater gedacht und nicht als Verlaufsbericht für den Ratsuchenden. Es empfiehlt sich, dass jeder Ratsuchende selber ein Therapiebuch führt.

Beschwerdemöglichkeiten

a) Aussprachemöglichkeit unter Beizug einer Drittperson
Wenn der Ratsuchende eine Klärung wünscht und es noch offen lassen möchte, ob er die Beratungsbeziehung beenden will oder nicht, empfiehlt sich eine Aussprachemöglichkeit mit dem Berater unter Beizug seines Fachberaters (Supervisors).

b) Beschwerdemöglichkeit bei einer unabhängigen Fachstelle
Wenn der Berater gegen ethische Grundsätze verstösst oder sich schwerwiegende Kunstfehler zuschulden kommen lässt (z.B. unangebrachte körperliche Kontakte), kann der Ratsuchende sich auch an eine Fachpersonen wenden, siehe unter ACC-Deutschschweiz=>Standards.

Quellen

Diese Richtlinien wurden in Anlehnung an folgende Standesregeln erarbeitet:
-
Standesregeln des SPV/ASP (Schweizerischer Psychotherapeuten-Verband)
- Standesordnung der SGIPA (Schweizerische Gesellschaft für Individualpsychologie nach Alfred Adler)
- Grundsätze für Ethik und Praxis der ACC-Deutschschweiz (Association of Christian Counsellors, Fachverband für christliche Beratung und Seelsorge)
- Ehrenkodex des Vereins der „Absolventen der ITS Schweiz“ (Magnus Felsenstein Institut, für angewandte therapeutische und beratende Seelsorge)